
Klar haben Tomaten keine Augen! Aber wie alle Pflanzen können sie dank ihrer lichtempfindlichen Moleküle (Phyto- und Kryptochrome) Licht erkennen und Helligkeiten unterscheiden. So können Tomaten ihre Nachbarn mit Hilfe dieses Lichtsinnes orten. Wenn sie Platz haben, wachsen sie langsam und in die Breite. Stehen sie dagegen dichtgedrängt, wachsen sie deutlich schneller in die Höhe, um ihre Konkurrenten möglichst rasch zu überragen.
Die Erklärung liegt darin begründet, daß Blätter einen Teil des hellroten Lichtes aufnehmen, den dunkelroten Anteil des Spektrums aber reflektieren. Wo also viele Pflanzen um das Licht konkurrieren, gibt es viele grüne Blätter und die Lichtzusammensetzung ändert sich. Und eben diese Wandlung des roten Lichtes im Schatten der Blätter zeigt den Tomaten an, daß grüne Nachbarpflanzen sie zu überwachsen drohen.

Wussten Sie...
...daß Tomaten, die nicht reif sind, beim Verzehr Übelkeit und Kopfschmerzen
verursachen können.
...daß man bei Tomaten immer den Blütenstielansatz herausschneiden soll,
da er wie unreife Tomaten, einen unverträglichen Stoff (Solanin) enthält.
...daß man Tomaten nicht mit anderen Gemüsen lagern sollte, da diese
dann schneller verderben.
...daß Tomaten-Blätter Insekten abhalten.
...daß die Tomate in Österreich Paradeiser genannt wird.
...daß Tomaten-Saft - ein „Anti-Kater"- Getränk ist, da er Mineralstoffe
und Vitamine schnell wieder ausgleicht.

Woher stammt die Redensart "Du treulose Tomate!"?
Diese Redensart hat ihren Ursprung im 1. Weltkrieg. Italien, zuerst mit Deutschland verbündet, erklärte sich 1915 zur Gegenpartei. Seit jeher wurden in Italien, auch aufgrund des günstigeren Klimas, viele Tomaten gezogen und gegessen. In Deutschland dagegen waren diese Früchte noch relativ selten, zudem wuchsen die Pflanzen nicht so gut. Und so setzte man die treuebrüchigen, tomatenessenden Italiener mit den im Wachstum unzuverlässigen Tomaten gleich.